B. und M. Hindenburg

Kann ein Züchter auch Tierschützer
sein?
Ein Züchter und Händler gleichzeitig?
Da gehen bei uns doch alle Warnlampen an. Geschäft
geht doch bei all zu vielen Züchtern vor Tierschutz.
Nicht so bei Bodo Hindenburg aus Hude bei Delmenhorst.
Mit 17 wollte Bodo Hindenburg Schäferhunde
im großen Stil züchten. Er trat einem
Hundeverein bei. "Mit deinem Hund brauchst
Du hier erst gar nicht anzukommen", sagten
die Vereins Snobs. "Der taugt nichts, hat keine
Papiere, eignet sich nicht zum Wachhund und ist
nicht gekört".
Bodo Hindenburg machte dann das ganze Brimborium
mit. Kaufte sich bei einem Züchter einen Hund
und versuchte, alle Kriterien zu erfüllen.
Aber jedes Tier ist anders. Dann tauscht man es
wieder ein, nur um die geforderten Ziele zu erreichen.
"Ich habe das alles mitgemacht, den Schutzdienst,
der damals ja sehr streng war, und die harte Ausbildung".
Irgendwann merkte Bodo, dass es das für einen
Tierfreund wie ihn nicht sein konnte.
"Auf dem Land konnte ich mit meinen Hunden
schön frei laufen, während die Leute im
Verein mit ihren Tieren nur Stress hatten. Und ihre
Hunde auch. Das ging ganz profihaft, bei denen nur
noch um Geld. Da habe ich dann kurzerhand mit ihnen
Schluss gemacht.
Ich begann meine eigene Hundezucht- und zwar nur
mit Tieren, die angeblich nichts taugten. Von einem
Hundehändler, der sie sonst zu Tierversuchen
abgab.
Ich wurde Pferdewirtschafts-Meister und züchtete
Hunde nur noch nebenbei. Vor allem achtete ich darauf,
dass die Welpen nur in gute Hände kamen. Auf
diese Weise bin ich -ohne das zunächst selbst
zu merken- mit dem Leid vieler Tiere in Berührung
gekommen. Von da an kümmerte ich mich in erster
Linie um Tiere in Not".
Bodo Hindenburg bezeichnet sich selbst
als den "etwas anderen Züchter".
Er hat die Wandlung von Saulus zu Paulus schon früh
vollzogen. In einer Fülle von Dankschreiben
loben Menschen, die einen Hund von ihm nahmen, besonders
das "ruhige und ausgeglichene Wesen" seiner
Hunde. Dazu die Tierärztin Dr. Ute Borowski-Wörner:"Die
Tiere fallen, wenn sie denn mal in meine Praxis
kommen, durch Freundlichkeit und Angstfreiheit auf.
Manchen Besitzer konnte ich auf den Kopf zusagen,
das sei doch ganz sicher ein Hund von Hindenburg.
Aus der "Zuchtstätte für
Deutsche Schäferhunde" ist eine Tierschutzeinrichtung
der vorbildlichen Art geworden. Und wer Tierschutz
sehr ernsthaft betreibt, hat nicht unerhebliche
Kosten. Nach eingehender Prüfung seiner Anlage
wurde Terra Mater deshalb Partner von Hindenburg.
"Man bringt mir viele Problemhunde", sagt
der einst leidenschaftliche Züchter. "Bissige
und ängstliche Hunde, gequälte und ausgesetzte.
Meine Frau Marianne und meine vier Kinder helfen
mir, diese Tiere mit viel Liebe umzuerziehen. Bisher
ist uns das noch mit keinem Hund misslungen."
Auch nach der Weitervermittlung der Hunde, die durch
Bodo Hindenburgs Hände gegangen sind, gab es
noch nie fachliche Reklamationen. Die Zwinger und
das Freilaufgelände, von dem sie kommen, sind
in einem hervorragenden Zustand. Inzwischen gibt
es auch etwa 20 Katzen auf dem Hof.
"Eigentlich war ich nie ein Katzenfreund"
sagt Bodo, "aber meine Familie liebt Katzen.
Als sie dann da waren, habe auch ich mich in diese
wunderbaren Tiere regelrecht verknallt".
Was passiert eigentlich mit Problem
Hunden, die bei Bodo Hindenburg abgegeben werden?
"Mischlingshunden sowie Rassehunden, die seelisch
und/oder körperlich gequält oder vernachlässigt
wurden" so erklärt der Tierfreund, "geben
wir ein ruhiges stressfreies Zuhause. Zum Beispiel
der sechsjährige "Quanto" war völlig
durchgeknallt. Er war ein Beißer und psychisch
so fertig, dass die Besitzer ihn mit einem Beil
erschlagen wollten. Ich hörte davon und nahm
ihn mit zu mir.
Nach einiger Zeit beginnen wir, die Tiere zu regenerieren.
Sie werden erzogen und geschult, und dann auch wieder
in die Umwelt bzw. Hundefamilie intrigiert. Oft
zeigt sich, dass auch solche Hunde besondere Fähigkeiten
haben. Sie eignen sich dann als Polizei-, Dienst-,
Blinden- oder Rettungshunde. "Quanto"
wird jetzt von Tag zu Tag lieber. Er hat Vertrauen
zu mir gefasst und bald kann sich ihm jeder gefahrlos
nähern.
Die meisten Tiere werden bei uns besonders friedliche
Familienhunde. Und bis heute ist es uns fast immer
gelungen, sie auch schnell zu vermitteln".
Mehrere Terra Mater-Hunde sind bei Bodo Hindenburg
ebenfalls in guter Obhut. Sie haben den Vorteil,
in ihm nicht nur einen Tierschützer, sondern
auch einen diplomierten Hunde-Ausbilder zu haben.
Denn Hindenburg weiß: "Hunde arbeiten
gern. Statt sich zu langweilen, mögen sie es,
wenn man ihre Fähigkeiten ausschöpft.
Das hält gesund und lebendig".
Und Marianne Hindenburg fügt lächelnd
mit einem Seufzer hinzu: "
und die ganze
Familie auf Trab!"