Tier- und Umweltschutzhof
Geißblatt e.V. in Warpe

Integration statt Kasernierung
Auf dem Geißblatthof finden
heimatlose Katzen, Hunde, Schafe, Ziegen, Schweine
und Einhufer ein vorübergehendes zu Hause.
Tierhaltung: alle unsere Tierunterkünfte
übertreffen die gesetzlichen Vorgaben um Längen.
Aus dem Rahmen fällt bei uns ganz besonders
die
Hundehaltung: Wir sind der
Meinung, daß dem Hund, als einem Rudeltier
aus einem hoch entwickeltem sozialen System die
Isolierhaltung in Zwingern besonders schlecht bekommt.
Ein Hund braucht lebensnotwendig (um glücklich
zu sein) Kontakt zu Artgenossen und (mindestens)
einen Menschen, der ihm das Gefühl von Rudelzusammengehörigkeit
und Sicherheit gibt, die für eine positive
charakterliche Entwicklung und geistige Gesundheit
unabdingbar sind. Der überwiegende Teil der
Hunde, die bei uns leben, lebt in einer Gruppe von
10-25 Hunden. Sie bauen eine natürliche Hierarchie
auf, die Ihnen ein Gefühl von Sicherheit gibt,
weil jeder weiß, was sein Part ist, was im
zusteht und was nicht. Und jeder Hund weiß,
die Menschen besetzen die Alphaposition, führen
das Rudel an. Dadurch kehrt Ruhe und Gelassenheit
ein. Durch den engen Kontakt zu den Hunden ist natürlich
auch die Vermittlung einfacher und sicherer, als
bei Hunden aus Zwingerhaltung, von denen der betreuende
Pfleger immer nur Momentaufnahmen erhält, während
wir unsere Meute quasi im Alltag erleben. Mit andern
Hunden, anderen Tieren, Kindern, fremden Menschen,
zu Hause und unterwegs, im Streß und in Ruhe,
bei Tag und bei Nacht. Nur Hunde, die durch eine
extreme Fehlentwicklung unberechenbar oder gefährlich
sind, gänzlich unverträglich mit anderen
Hunden oder mit starkem Jagdtrieb ausgestattet sind
werden nicht in die Gruppe integriert. Und das ist
ein erstaunlich kleiner Teil. Und auch diese Hunde
versuchen wir dann als Kleingruppe oder kastriertes
Paar zu halten, da wir Isolation in der Hundehaltung
für die Wurzel allen (vielen) Übels halten.
Diesen Hunden stehen sehr große Freilaufgehege
zur Verfügung und sie bekommen besonders viel
Einzelzuwendung in Form von Radfahren, Spazierengehen,
Besuche außer Haus, Hundeschule etc. Viele
konnten nach und nach doch noch in die Gruppe eingebracht
werden.
Tiervermittlung: Der Weitervermittlung
geht in jedem Fall eine Kennenlernphase voraus.
Ein Tier wird erst weitergegeben, wenn die betreuenden
Pfleger einen konkreten Eindruck von seinen Stärken
und Schwächen, seinen Bedürfnissen und
seinen Fähigkeiten haben. Der Erfolg gibt uns
Recht. Nur ca. 3% der von uns vermittelten Tiere
kommen zurück. Alle Tiere sind gültig
geimpft und stehen unter tierärztlicher Betreuung,
alle Katzen und fast alle Hunde werden kastriert
weitergegeben. Wir bringen die Tiere auch ins Haus,
wenn der neue Halter keine Transportmöglichkeit
hat, besonders für viele ältere Mitmenschen
ist das von unschätzbarem Wert. Die Vermittlung
endet bei uns nicht mit der Übergabe des Tieres,
wir wissen, daß die Anfangsphase für
Halter und Tier in aller Regel die schwerste ist
und stehen selbstverständlich im Bedarfsfalle
mit Rat und Tat zur Seite. Bei uns gibt es kein
katalogmäßiges Aussuchen nach Rasse oder
Aussehen sondern kompetente Beratung von Anfang
an um die Weichen für eine glückliche
Mensch-Tier- Beziehung zu stellen. Das auch optische
Aspekte von Bedeutung sind, das einfach der Funke
überspringen muß versteht sich von selbst.
Tieraufnahme: Wir nehmen unabhängig
von Einzugsgebiet und anderen Faktoren alle Tiere
auf, soweit unsere Kapazität reicht, einzig
Tiere für die wir eine deutliche Verschlechterung
und keine Zukunftsperspektive sehen behalten wir
uns vor abzulehnen. Aber das ist Theorie; bisher
haben wir alles aufgenommen, worum wir gebeten wurden.
Oftmals gelingt es uns auch mit Hilfe von Steckbriefen
neue Halter zu finden ohne das Tier hier aufzunehmen,
so bleibt ihm ein Vertrauensbruch, ein Wechsel erspart.
Wichtig ist in unseren Augen unbürokratische
und schnelle Hilfe. Die meisten Menschen trennen
sich nicht gerne von ihren Tieren, aber in einer
so schnelllebigen Zeit wie der unseren, ändern
sich die Lebensumstände oft rapide und unerwartet
und wenn eine artgerechte Haltung nicht mehr möglich
ist muß es einfach schnell gehen.
Beratung: Unser Haus steht immer offen für
Menschen, die sich über Tierhaltung informieren
wollen oder bereits Probleme mit ihrem Tier oder
ihrer Tierhaltung haben, wir stehen gerne mit Rat
und Tat zur Seite. Wir kommen auch ins Haus und
gucken uns Ställe, Weiden, Zäune etc.
an und erläutern was für welche Tierart
praktikabel ist und was nicht. (Vorbeugen ist besser
als auf die Füße spucken!)
Aber auch bei Verhaltensproblemen (Protestverhalten,
Erziehungsprobleme etc.) helfen wir gerne. Selbstverständlich
helfen wir auch wenn die Tiere nicht von uns sind!!!
Öffnungszeiten: Bei uns
gibt es keine festen Öffnungs- und Schließzeiten,
wir versuchen sehr flexibel Begegnungszeiten zu
verabreden, die für alle Beteiligten passen.
Dabei haben alle weniger Streß und bessere
Laune, die Grundvoraussetzungen für positive
Erlebnisse und Ergebnisse.
Umweltschutz: Zum Hof gehören
knapp 15 ha Weideland, die extensiv und nach den
Richtlinien des ökologischen Landbaus bewirtschaftet
werden. Durch den vollständigen Verzicht auf
sogenannte "Pflanzenschutzmittel" und
Dünger hat sich auf unseren Flächen eine
reiche Kräutervielfalt angesiedelt, die auf
intensiv genutzten und "chemisch betreuten
Flächen" schon lange verdrängt wurde.
Und mit den Kräutern und Wildgräsern kehren
auch Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten
zurück. Und das vielseitige Futter hält
unser Weidevieh gesund. Darüberhinaus finden
bei uns immer wieder Umwelterlebnistage statt. Sei
es nun eine Schmetterlingswanderung mit dem Kindergarten,
der Bau von Wildbienennistplätzen mit Schulkindern,
das Verarbeiten von Wildfrüchten und -kräutern
oder eine Heckenpflanzaktion mit unzähligen
freiwilligen Helfern.
Zusammenarbeit: Wir legen großen
Wert auf Zusammenarbeit unter Tierschutzvereinen.
Wir stehen bereits mit einigen Tierschutzvereinen,
insbesondere natürlich mit Terra Mater in regem
Informationsaustausch. Nur wenn alle mitdenken und
an einem Strang ziehen ist es möglich, auch
größere Tiermengen, z.B. bei Beschlagnahmungen
unterzubringen. Wenn eine Verbesserung für
das Tier oder schnellere Vermittlungsmöglichkeiten
zu erwarten sind tauschen wir auch Tiere untereinander
aus. Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe ist das
A und O wenn man etwas erreichen will, daß
der Sache dienlich ist und nicht dem eigenen Ego.
Über uns: Linda Christof,
geb. 1969, gelernte Tierpflegerin, Ausbildungsbetrieb
Tierärztliche Hochschule, Abschluß im
Januar 1991 mit lobender Anerkennung der Kammer.
Ab Februar 1991 bis Ende 2002 Tierpflegerin
und Ausbilderin im Tierheim Hannover (mit kurzer
Unterbrechung). Ab Mai 1997 als Tierheimwartin bis
zur Geburt des 2. Sohnes Frühjahr 2003.
Bernd Christof, geb. 1970,
gelernter Gärtner, 1994 umgesattelt auf biologische
Landwirtschaft, seit 1997 eigene Ziegenkäserei
mit Schwerpunkt artgerechte Tierhaltung. Von Kindesbeinen
an selbst Hunde-, Katzen- und Ziegen- und Pferdehalter,
vom Veterinär Amt Nienburg seit 2000 mit Sachkundenachweis
ausgestattet.
Vervollständigt wird unser Team
durch Britta Knipp, gelernte Landwirtin,
Schwerpunkt ökologischer Landbau, ebenfalls
Ausbilderin und unsere erste Auszubildende Svenja
Nordhausen
In ruhiger, ländlicher Umgebung
nehmen wir Hunde, Katzen und Kleintiere in liebevolle
und kompetente Urlaubspflege.
Schnuppern Sie mal rein!
Linda und Bernd Christof
Windhorst 32
OT Burdorf
27333 Warpe
05022/260 Anrufbeantworter! Wir
sind meist draußen bei den Tieren
Und so finden sie uns:
