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Christiane Rohn

Der Argenhof

Mehr als 200 Tieren hat sie auf ihrem Hof in Amtzell bei Wangen ein neues Zuhause gegeben. Christiane Rohn (34), Freundin der schönen Künste und Tierschützerin aus Passion, arbeitet mit Terra Mater-Süd an einem tollen Gnadenasyl.

Eine himmlische Ruhe liegt über dem Hof, zu dem eine kleine Brücke über die Arge, ein romantisches, hier flaches, Flüsschen führt.
Der Besucher, dem die attraktive Hof-Besitzerin sportlich gekleidet mit ihrem Schäferhund an der Leine entgegen kommt, fühlt sich in einen Roman von Rosamunde Pilcher versetzt. Aber nur einen Augenblick.
Wildes Hundegebell, Ziegenmeckern und Gänsegeschnatter machen den Empfang zum vielstimmigen Konzert. Christiane Rohn ist keine Baronin, die ihr Gut verwaltet, sondern eine hart arbeitende Tierschützerin. Klug lächelnde Augen, ein fester Händedruck - die Führung kann beginnen.
"Ich habe immer zwischen 40 und 60 Hunde hier" erzählt sie, "um die 30 bis 40 Pferde, ca. fünf bis zehn Esel, neun Lamas bzw. Guanakos, zwei Kamele, viel Geflügel und Kleintiere."

Wohnhaus und Wirtschaftshaus, Pferde-Koppeln, Hundezwinger - zur Zeit sind Offenställe für Pferde und Kleintiere im Bau.
"Ich bin in Amtzell geboren", erklärt Christiane, "und hatte von der Kuh bis zum Meerschweinchen schon als Kind viele Tiere. Die Tierliebe habe ich wohl von meinem Großvater geerbt. Der hat sich im Tier-schutz z. B. sehr intensiv um Sumpfschild-kröten gekümmert."
Schon früher hat Christiane einen Hof gehabt, aber die Möglichkeiten auf diesem "Argenhof" sind unvergleichlich. Die junge Frau gilt als Expertin für Problemhunde, für Angstbeißer zum Beispiel oder durch schwere Schicksale gestörte Tiere.

"Tiere reagieren sehr emotional, wir Menschen rational. Man muss sich also in die Gefühlswelt eines Tieres einlassen, um es besser zu verstehen. Das ist es wohl, was ich besser kann als viele andere Menschen. Mir ist deshalb auch wichtig, an Kinder und Jugendliche weiter zu geben, dass wir endlich von diesem ausschließlich materiellen Denken weg kommen. Es gibt viel wesentlichere Dinge im Leben, und wir vergessen immer mehr, wie wichtig unsere Gefühlswelt ist - auch im Umgang mit unseren Mitgeschöpfen, den Tieren. Deshalb mache ich sehr viel mit Kindern: Malkurse, Tiere erleben und malerisch wiedergeben - ganz andere Welten erkennen lernen."
Schulklassen und Kindergärten kommen auf den "Argenhof". Sie erfahren hier viel über Tierschutz und werden
sich dabei spielerisch auch ein bisschen der Problematik bewusst, ohne dass man sie mit den brutalen Schrecken der Tierquälerei konfrontiert."
Was sie damit meint, erklärt Christiane Rohn so: "Es ist ja Kindern kaum zu vermitteln, wie viele Menschenschicksale auch hinter miss-handelten Tieren stehen. Menschen, die noch schlechtere Zukunftsperspektiven haben, als ihre Tiere; da habe ich viel miterlebt."
Nach dem Motto: Seit ich die Menschen kenne, liebe ich die Tiere?



 

"Nein, von dem Spruch halte ich gar nichts. Das sehe ich ganz anders. Ich brauche als Mensch ein vernünftiges Sozialverhalten zu meinen tierischen Mitgeschöpfen. Ein großes Problem vieler Tierschützer ist, dass sie sich nicht mal die Mühe machen, die Menschen zu verstehen - wie sollen sie dann mit Tieren richtig umgehen? Sie gehen ja miteinander schlecht um."

Damit spielt Christiane Rohn auf ein Problem an, dass es leider im Tierschutz - ausgelöst durch den offiziösen Groß-Verband mit alleinigem Zuständigkeitsanspruch - immer wieder gibt: "Mit einigen Tierheimen der Region verstehe ich mich sehr gut, doch es gibt andere, die sehen mich als lästige Konkurrentin. Aber ich habe gottlob ein gutes Verhältnis zu den Behörden und Veterinärämtern."
Zur Versorgung der vielen Tiere hat Christiane Rohn sehr engagierte Helfer, und ihr Freund ist bei der Hundestaffel der Polizei - also auch Tierfreund.
Zu allem, was die Amtzellerin über Tiere sagt, passt das Motto des "Argenhofs" sehr gut: "Lebenswürde für Tiere e.V." heißt ihr Tierschutzverein. Und im Untertitel: - Der etwas andere Gnadenhof -.
Es ist ihre Einstellung zum Tierschutz, die "Terra Mater" zur Zusammenarbeit gereizt hat. Heinz Zimmermann, unser Tierinspektor im Süden freut sich ganz besonders, eine kompetente Vertreterin unserer gemeinsamen Tierschutzinteressen in der Allgäu-Region in Christiane Rohn gefunden zu haben.
Und was macht die Beschützerin so vieler Gnadentiere in ihrer wenigen Freizeit?

In erster Linie malt sie. Tiere aber vor allem Menschen. "Mit meiner Malerei will ich Gefühle ausdrücken. Die Seele eines Lebewesen interessiert mich, und die soll man in meinen Bildern wieder finden."
Ein Hobby? Nein, schon mehr. Christiane Rohn war auf dem Kunstgymnasium in Augsburg und hat dann in Stuttgart "freie Malerei u. Steinbildhauerei" studiert. Ausstellungen z.B. in Stuttgart, Freiburg, Bonn und Wangen sind nur einige Stationen.
Außerdem hat die Künstlerin zwölf Jahre Klavierunterricht gehabt und früher im Stadtorchester von Wangen das Cello gespielt.
Unwichtig? Nein, ganz und gar nicht. Denn wir stellen immer wieder fest, dass gerade künstlerisch begabte Menschen - man denke nur an die vielen TV-Schauspieler - in besonderer Weise "Ein Herz für Tiere" zeigen.
Wenn Sie, liebe Mitglieder, also in der Region um Wangen/Ravensburg ein Problem mit Tieren haben, genügt ab sofort auch ein Anruf in der Hamburger Zentrale von Terra Mater. Vielleicht kann Christiane Rohn es lösen.......







Ein Paradies für verlassene und gequälte Tiere


Das Wirtschaftshaus - überall wird
noch emsig für die Tiere gearbeitet
 

Die Hundezwinger. Diese Tiere haben
schlimme Schicksale erleben müssen


Verstörte Angstbeisser. Christiane Rohn
ist Spezialistin im Umgang mit ihnen.
 


Pferdekoppeln und Freigehege bieten
den Tieren des Argenhofs viel Platz.


Die Esel werden besonders von den
jungen Besuchern auf dem Hof bestaunt.
 


Zwei Kamele wurden von einem Zirkus
beschlagnahmt und hierher gebracht


Alte Ziegen, die niemand mehr will,
erleben einen schönen Lebensabend.
 


Gang durch die Pferdeställe mit Birgit Peter
und Heinz Zimmermann von Terra Mater


Ein Paradies für die Gänse auf dem
Hof. Besucher werden erst mal bedroht.
 


Guanakos sind neugierig. Wer sie zu intensiv
bestaunt, könnte auch bespuckt werden.


 
 
  

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