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"Tierschutz fängt zu Hause an"
Projektwoche von Terra Mater mit 15 Grundschülern
aus Kremperheide in Schleswig Holstein

Um Halb neun ging's los. Von der Grundschule Kremperheide in Schleswig Holstein nach Krautsand in Niedersachsen zur Terra Mater Schulstation. Es wurde eine Reise mit Hindernis, denn nach nur ein paar Kilometern war die Fahrt zunächst beendet.


Lasterunglück

Ein Laster war auf der schneeglatten Straße umgekippt und lag quer. Die Polizei kam, sicherte die Unfallstelle ab und organisierte einen Kran und den Abtransport des Unfalltrucks. Der Bus mit 15 Schülern und Schülerinnen aus Kremperheide musste warten bis der Weg wieder freigemacht war. Aufgeregt diskutierten die Kinder die Vorgänge und beobachteten den Abschleppvorgang. Dann ging es weiter. Mit der Fähre in Glücksstadt über die Elbe und dann noch ein paar Kilometer bis zum großen Backsteinhof von Terra Mater.


auf der Fähre

Der Ausflug war der Höhepunkt der Projektwoche Tierschutz, der in der Grundschule Kremperheide stattfand. 15 Kinder aus den verschiedenen Grundschulklassen hatten sich dafür eingetragen, wollten von Terra Mater Stationsleiterin Sabine Salzmann fünf Tage lang alles über Tierschutz erfahren. Die engagierte Leiterin der Schulstation Krautsand organisiert regelmäßig solche Lehrtage in Grundschulen. "Schon die Kinder müssen lernen, was Art gerechte Haltung ist, wie Tiere richtig behandelt und gefüttert werden und wann Tierquälerei beginnt, dann wird es den Lebewesen in ihrer Umgebung in Zukunft besser gehen. Und manche werden vielleicht zu aktiven Tierschützern. Es ist eine Politik der kleinen Schritte" sagt sie.

Der erste Schritt in der Projektwoche ist die Information. Einen Schulvormittag lang erklärt Sabine Salzmann den Kindern was Tierschutz ist.


Sabine Salzmann beim Unterricht

"Sich kümmern, pflegen, retten und ausreichende Kenntnisse über die jeweilige Tierart" sind die Grundlagen des Tierschutzes erklärt sie den Kindern. Das können die auch gleich in die Praxis umsetzen. Denn im Klassenzimmer stehen zwei Käfige mit Rennmäusen.


zu kleiner Käfig

Einer davon ist viel zu klein für seine 9 Insassen und im anderen leben viel zu viele Mäuse beiderlei Geschlechts. Aus dieser Entdeckung macht Tierschützerin Salzmann sogleich ein Projekt. Im Laufe der Woche müssen die Kinder, aufgeteilt in vier Gruppen, Gehege für verschiedene Kleintierarten ausstatten:


Käfigeinrichtung

Kaninchen, Hamster, Farbmäuse und Meerschweinchen sollen die selbst gewählten Bewohner sein. Die Kinder müssen die richtigen Größen bestimmen, die passende Einrichtung sowie Futter, Näpfe und Spielsachen Art gerecht auswählen. Für die zu kleinen und überbevölkerten Schulgehege der Mäuse spendet Terra Mater ein größeres Gehege, damit der Missstand abgeschafft ist. "Wie sollen die Schüler denn lernen, was Tierschutz ist, wenn schon im Klassenzimmer ein falsches Beispiel gegeben wird" kritisiert Sabine Salzmann. Auf Plakaten sollen die Informationen gezeichnet, gesammelt und dokumentiert werden, um am Ende der Projektwoche zusammen mit den fertigen Gehegen in der Aula öffentlich ausgestellt zu werden.

Beim Rundgang im Schulgebäude fällt ein Aquarium in der Eingangshalle auf. Es ist alt, grün von Algen und eine Neonröhre spendet Tag und Nacht Licht, zudem sind viel zu viele Fische im Becken. Mit den Schülern sucht Tierschützerin Salzmann den Hausmeister und erhält die Erlaubnis das Aquarium zu renovieren und Art gerecht herzurichten.

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das alte und das neue Aquarium

Vor Ort kann so ein echter Tierschutzeinsatz gemeinsam mit den Kindern ausgeführt werden. Das neue Becken spendet ebenfalls Terra Mater. Die Kinder sind in den folgenden Tagen mit Begeisterung dabei, die Farbe, die Steine und Pflanzen zu bestimmen. Sie lernen über die richtige Beleuchtung eines Aquariums und dass das Licht auch einmal ausgestellt sein muss, um Algenwachstum einzudämmen und den Fischen eine Nacht zu suggerieren, in der sie ausspannen können.

Doch bevor es an die Umsetzung der Projekte ging, stand der Besuch bei Terra Mater Krautsand auf dem Programm.


Stationsbesichtigung

Dort sollten die Kinder selbst erfahren, wie die 434 Tiere der Schulstation Tierschutz gerecht gehalten werden.Nach einem Picknick mit den mitgebrachten Butterbroten fand unter großem Gejohle der kleinen Besucher das berühmte Entenrennen statt.

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Picknick bei TM und das berühmte Entenrennen

Immer wenn die Tür des Stalls geöffnet wird, jagen die 39 Enten zum Teich. Die Kinder können auf einzelne Enten wetten und bestimmen wer zuerst das Wasser erreichen wird, dabei werden die Enten disqualifiziert, die dabei ihre Flugkünste einsetzen. Dann machen die Kinder Bekanntschaft mit den zehn Stationshunden. Über das Schicksal einiger der Tiere sind die Kinder sehr beeindruckt, vor allem als sie von Yorkshire Jörgi das gebrochene Brustbein ertasten dürfen.


Hundevorstellung

"Natürlich erzählen wir den Kids nicht den ganzen Horror, den die Hunde erleben mussten bevor sie von Terra Mater gerettet wurden. Das wäre für die kleinen Gemüter zu viel. Da sind wir entsprechend vorsichtig" sagt Sabine Salzmann. Die Ziegen, Esel und Ponies, die Pferde und vor allem die Partysau "Josy" mit ihren zwei Freunden, den Hängebauchschweinen, fanden fröhliche Aufmerksamkeit.


rote Wollbeutelratte

Als Aufgabe vor dem Ausflug hatten die Kinder eine rote Wollbeutelratte zeichnen müssen. Jetzt war die Aufregung groß, als es zur Besichtigung der Kleintierstation ging. Denn dort gab es eine solche zu besichtigen. Alle Kinder wollten danach den Herzschlag des Kaninchens abhören und mit den süßen kleinen Kätzchen spielen. Zum sportlichen Einsatz rief dann Boxi. Der Jack-Russel-Mops-Mix spielte mit den Kindern im Park mit einem riesigen rosa Ball.


Boxi und der Ball

Der Gewinner steht jedoch immer schon vorher fest: Boxi. Keiner ist so schnell und wendig unterwegs wie der kleine quirlige Hund. Von seiner ehemals schwere Demodex-Erkrankung, die Sabine Salzmann monatelang und dann erfolgreich behandelt hatte, ist keine Spur mehr zu entdecken. "Schade" fanden es die Kinder aus Kremperheide, "das der Ausflug so schnell zu ende war". Müde und voller neuer Eindrücke bestiegen sie den Bus nach Hause.

In den folgenden Tagen wurden dann in der Schule die Plakate angefertigt, die Gehege mit den Art gerechten Interieurs eingerichtet. Außerdem stellten die Kinder mit Sabine Salzmann das neue Aquarium in der Halle auf und richteten den neuen Käfig für die Rennmäuse im Klassenzimmer ein. (Eine Woche später wurden die Böcke von Terra Mater zur Kastration abgeholt, so ist der ständigen Vermehrung in Zukunft vorgebeugt.) Am Freitag, dem letzten Tag der Projektwoche, kamen um 15 Uhr die Eltern und Verwandten der Schüler, die sich über die verschiedenen Aktionen informieren wollten. Insgesamt 500 Gäste fanden sich ein, um in der Eingangshalle die fertigen Käfige und die wunderbaren bunten Info-Plakate zu bewundern.
Und was haben die Schüler in der Terra Mater Projektwoche gelernt? "Das Tierschutz zu Hause anfängt" sagt die eine. "Und das man sich trauen muss, darauf aufmerksam zu machen, wenn etwas falsch ist" sagt ein anderer. "Wer Tiere besitzt trägt Verantwortung" sagt ein weiterer. Sabine Salzmann ist zufrieden: "Das ist es, was ich erreichen wollte. Zu Hause werden die Kinder jetzt mit den Eltern überprüfen, ob in ihrem Verantwortungsbereich Tiere Art gerecht gehalten werden. Der erste Schritt in die richtige Richtung." Das positive Ergebnis einer ereignisreichen Projektwoche von Terra Mater in Kremperheide.


Reisegruppe Tierschutz


bei den Pferden
 

Katze und Gast


 
 
  

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