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Ursula Laub - ehrenamtliche Terra Mater
Mitarbeiterin rettet Waschbärwaisen

Jedes Jahr werden, vor allem in Hessen, Niedersachsen, Nord-Rhein-Westfalen und Brandenburg, Hunderte von Waschbärenkindern zu Waisen, weil Menschen in Ihren Häusern bzw. auf Ihren Grundstücken den Waschbärenmüttern die Kinder wegnehmen, während die Mütter auf Nahrungssuche sind. Auch werden während der Setzzeiten Waschbärenmütter eingefangen und getötet, obwohl dies laut Bundesjagdgestz § 22 Absatz 4 verboten ist, und das gilt auch für Privatgrundstücke. Auch Jäger, die ein Elterntier während der Aufzucht der Jungen töten, handeln gesetzeswidrig und riskieren Ihren Jagdschein. Waschbärenmütter dürfen in Hessen laut den Setzzeiten nicht einge- fangen und getötet werden, solange die Jungtiere nicht selbständig in der Wildnis über- leben können. In Niedersachsen ist eine Schonzeit für beiderlei Geschlechts vom 1. April bis 15. Juli, das auch für Privatgrundstücke gilt. Wenn man die vom Dachboden geholten Waschbärenkinder in einer Kiste unter einen Baum stellt, und vor der Kälte mit einer Decke schützt, kommen die Waschbärenmütter die kleinen abholen und zieht mit Ihnen um, so vermeidet man 80% aller Waisenkinder. Ansonsten lassen Sie die Waschbärenkinder an Ort und Stelle, decken Sie zu bis zur Abenddämmerung. Sollte nach Sonnenuntergang noch immer nichts passiert sein, handelt es sich um Waisen- kinder, die schließlich unserer Hilfe bedürfen. Ein Waschbär hat eine Säugezeit von etwa 3 Monaten - Gewicht 2 - 2,5 kg und eine Größe von ca. 30 cm Länge ohne Schwanz. Bis zu diesem Zeitpunkt braucht der Waschbär unsere Hilfe, sonst bestehen keine Überlebungschancen. Natürliche Feinde der Waschbären sind Greifvögel, vor allem bei Jungbären der Fuchs und Marder, und natürlich für alle Waschbären frei laufende Hunde. Herr W. Lutz hat durch seine Magen-Darm und Kot-Untersuchungen festgestellt, daß die Ernährung des Waschbären bei 33% Pflanzlichem, 40% wirbellose Tiere und 27% Wirbeltiere, wobei Fisch und Amphibien die Hauptnahrung sind. Andere Kleinsäuger wie z.B. Mäuse bleiben Gelegenheitsbeute. Der Waschbär ist laut Grund- naturgesetz inzwischen eine einheimische Tierart, da Sie sich mehrerer Generationen ohne Mithilfe des Menschen erhalten hat, und darf auch als Waschbären-Waisenkind wieder ausgewildert werden, wenn diese Freiheit gut vorbereitet ist und der zuständige Jagdpächter sein Einverständnis erteilt. Wie kann ich mein Grundstück sicher ? Der beste Schutz gegen den ungebeteten Gast ist zunächst das Nahrungsangebot im Garten und am Haus so gering wie möglich zu halten. Folgende Maßnahmen können in diesem Zusammenhang empfohlen werden:

* Mülltonnen und Abfälle unzugänglich aufbewahren; wenn dies nicht möglich ist die Behältnisse mit starken Spanngummis sichern und nach Möglichkeit mindestens einen halben Meter von Zäunen, Mauern und Zweigen entfernt aufstellen.

*  gelbe Säcke erst am Abholtag früh herausstellen oder in verschließbaren Boxen aufbewahren.

*  Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Brot und Obst nicht auf den Komposthaufen werfen; unproblematisch sind Garten-und Gemüsereste sowie Kartoffelschalen.

*  keine Nahrungsreste in öffentlichen Papierkörben hinterlassen.

*  Futter für Haustiere nicht im Garten oder auf der Terasse über Nacht belassen.

*  Fallobst sammeln und reifes Obst ernten.

*  Obstbäume mit einem mindestens 1 m hohen Blechring am Stamm gegen Hochklettern schützen. Besondere Sicherung des Hauses: Waschbären haben gerne auf Dächern Ihr Tagesversteck. Dorthin gelangen Sie meist über die Regenrinne oder angrenzende Bäume. Diese Überstiegmöglichkeit kann durch Rückschnitt der Gehölze verhindert werden. Auf dem Dach selbst bieten dann verschobene Ziegel oder Öffnungen, die die geschickten Tiere ggf. auch vergrößern, den Eingang zum Dachboden oder in Zwischendecken. Auch der Schornstein kann als Tagesquartier dienen. Der Aufstieg auf das Dach kann mit nachstehenden Tipps verhindert werden:

*  Blechabdeckungen, mit einer Breite von mindestens 1 m über den Fallrohren der Regenrinnen anbringen.

*  mögliche Schlupflöcher mit dauerhaften Baumaterial schließen.

*  Bäume und Sträucher, die an das Gebäude grenzen, mindestens einen Meter vom Gebäude weg einkürzen.

*  auf dem Schornstein ein Metallgitter anbringen.

*  Katzenklappen verschließen. Fangen, töten, deportieren: Es gibt viel zu viele Waschbären, um mit den zur Verfügung stehenden jagdlichen Mitteln im städtischen Umfeld eine nachhaltige Bestandsreduzierung zu bewirken, denn Waschbären können hohe Verlustraten durch vermehrte Fortpflanzung ausgleichen. Je mehr Waschbären getötet werden, umso mehr Jungtiere kommen nach.

Schutz der Waschbären
Ursula Laub  &  Horst Springborn
Bosenerstraße 12
D-66620  Nonnweiler-Braunshausen
Tel./Fax: 06873-456
HSpringborn@t-online.de


 
 
  

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