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Eine Baby-Elster hockt auf dem Fußweg vor der Nord/LB am Georgsplatz. Sie ist völlig ermattet, vor der Hitze aus dem Nest geflüchtet
Der Gnadenlos-Sommer macht keine Pause. Der Regen, der vorletzte Nacht fiel – sofort verdampft. Gestern knallte die Sonne schon wieder. Der heißeste Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnung mit Sahara-Temperaturen in Hannover macht die Natur platt – Tiere und Pflanzen in Hitze-Not!
Bei Temperaturen von bis zu 36 Grad (gefühlt wie 40 plus) stürzen sich Vogelbabys (Mauersegler, Spatzen, Schwalben...) aus ihren Nestern. Sie drohen an glühenden Hauswänden und unter den aufgeheizten Dachschindeln zu verbrennen.
Tierheimleiterin Doris Peterek (50): „Bei uns wurden während der Hitzeperiode schon 27 Jungtiere, meist Vögel, aber auch Fledermäuse abgegeben.“
Ein Baby-Eichelhäher saß erschöpft in der Stadtbahnlinie Richtung Bothfeld unter einem Sitz. Eine kleine Elster hockte hechelnd vor der Nord/LB am Georgsplatz, wurde beinahe von Passanten totgetreten.
Diana Erdmann von der Wildtierhilfe Lüneburger Heide (bei Soltau): „Wir betreuen zur Zeit 200 Tiere, darunter 64 Baby-Mauersegler, Eulen, Sperber. Wir füttern die Vogelbabys mit Bienendrohnen-Larven, wildern sie später wieder aus. Soviel Tiere hatten wir noch nie.“
Auch die Pflanzen sterben allmählich ab. Auf den Feldern verdörrt das Getreide. Jetzt werfen die ersten Bäume Blätter ab – der Baum schützt sich, damit kein Wasser verdunstet. Überall liegt schon Laub wie im Herbst! Wenn alle Blätter gelb sind, stirbt der Baum. Freistehende Straßen-Bäume können sogar einen Sonnenbrand kriegen. Passiert meistens an Straßen, weil der Asphalt zusätzliche Wärme abgibt. Im Baumstamm sind dann über 50 Grad. Die Rinde platzt auf, blättert ab.
Auch Teiche und Gräben trocknen aus. Ex-Forstdirektor Gerhard Dirscherl (70) hat beobachtet:„Der Wasserspiegel der Ricklinger Teiche ist schon um einen halben Meter gesunken. Wenn das so weitergeht, sterben die Fische.“
Foto:Tobias Wölki, Text: Angelika Zahorka, BILD-Zeitung Hannover,online |