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Süßer Heuler in Seehundstation grundlos getötet?

Tierärztin behauptet: „Die kleine Robbe war fit und überlebensfähig“

07.01.2010 - 01:16 UHR
Von KATHARINA WOLF / Bild Zeitung Hamburg
Das Seehundbaby mit den großen Knopfaugen lag hilflos am Strand von Föhr, als Janine Bahr (42) es einsammelte. Die Tierärztin päppelte das Tier auf, nannte es Mandy.

Janine mit Heuler
Janine Bahr mit einem geretteten Heuler am Strand von Föhr

Am nächsten Morgen wurde Mandy zur Seehundstation Friedrichskoog gebracht. Doch dort wurde das süße Jungtier kurz darauf getötet!
Musste Mandy grundlos sterben?
Das zumindest behauptet Janine Bahr. Die Leiterin der Fundtiernotaufnahme „Tierhuus“ auf Föhr erhebt schwere Vorwürfe: „Die Aufzucht eines Heulers kostet bis zu 5000 Euro. Die Zahl der aufgenommenen Tiere wird deshalb bewusst niedrig gehalten.“
Die Tierärztin: „Mandy hätte gute Überlebenschancen ge­habt. Ihr Zustand hatte sich stabilisiert, sie war fit.“
Viele der gestrandeten Jungtiere würden gar nicht erst in der Aufzuchtstation landen, so die Tierschützerin. Denn für die kleinen Robben gilt das Jagdrecht; und nach dem ist es Aufgabe der Seehundjäger, vor Ort zu entscheiden, es nach Friedrichskoog zu bringen – oder durch einen gezielten Kopfschuss zu töten.
Janine Bahr: „Die Seehundjäger sind normale Jäger. Sie erhalten zwar Fortbildungen, aber die sind völlig unzureichend. Schon bei kleinsten Verletzungen dürfen sie ein Tier töten, ohne dass ein Tierarzt die Robbe untersucht hat.“
Was sagt Thomas Borchardt von der zuständigen Nationalpark-Verwaltung zu den Vorwürfen? „Tatsache ist, dass die Zahl der aufgenommenen Heuler in Friedrichskoog kontinuierlich steigt. 2009 waren es 88 Tiere, vor zehn Jahren 25-30.

Und etwa die Hälfte der gestrandeten Tiere ist nun mal nicht überlebensfähig.“

Heuler Mandy
Heuler Mandy

 


 
 
  

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