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Brief an Frau Ministerin Aigner

Sehr geehrte Frau Ministerin Aigner,

mit Entsetzen verfolgte ich am 6. April 2010 eine Ausstrahlung der Sendung “ Frontal 21 “ im ZDF, in der unter anderem die Praxis der Massenschlachtungen in deutschen Schlachthöfen unter die Lupe genommen wurde.
Es wurde gezeigt und mit Filmaufnahmen belegt, dass Tiere vor der Schlachtung nur sehr ungenügend betäubt werden, was zum Teil am großen Zeitdruck der Mitarbeiter liegt und an technisch unzureichendem Gerät. Schweine waren beim sog. Brühen noch nicht verendet und Rindern konnte der Bolzenschuss ins Gehirn nicht punktgenau beigebracht werden, was zu unsäglichem Tierleiden führt, nur um zwei Beispiele anzuführen. Der Moderator des Beitrages erwähnte, dass die grausamsten Bilder bzw. Szenen noch nicht einmal gezeigt würden.
Es wurden während der Reportage auch Zahlen genannt: ca. 56 Mill. Schweine kamen im vergangenen Jahr zur Schlachtung, wovon 1% der Tiere von der unsachgemäß durchgeführten und damit unzureichenden Betäubung betroffen waren. 1% entspricht in diesen Größenverhältnissen über 500 000 Tiere, geht man von 250 Arbeitstagen aus, ereilt dieses barbarische Schicksal pro Arbeitstag mehr als 2.200 Tiere, wohlgemerkt, die anderen Gattungen noch gar nicht mitgezählt!

Sehr geehrte Frau Ministerin Aigner, ich finde diese Umstände untragbar, wir haben eine Verantwortung für die uns untergeordnete, ja uns ausgelieferte Kreatur, diese Wesen leiden unendliche Qualen und es ist an uns Menschen, diese wirksam zu bekämpfen bzw. zu beenden. Mir ist bewusst, dass Tiere zum Verzehr bestimmt sind, aber bei deren Tötungen bzw. Schlachtungen muss alles vermieden werden, was den Tieren unnötige Qualen zufügt. Ich hoffe, dass Sie nach meinem unerfreulichen Bericht meine Ansichten und das damit verbundene Anliegen zu dem Ihren machen können. Da ein wirksames Eingreifen eindeutig in Ihren Tätigkeitsbereich fällt, bitte ich Sie sehr herzlich, alles Mögliche zu tun um diese erschütternden Umstände in unserem modernen, humanen und fortschrittlichen Land schleunigst zu beenden. Ich appelliere an Ihr Gewissen, sehen Sie sich die Filmszenen an mit dem Bewusstsein, dass Sie die dafür zuständige Ministerin sind, und reagieren Sie umgehend!

Mit freundlichen Grüßen

Doris Treiber


 
 
  

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